Gefahrstoffzug Landau

 

Aufstellung Gefahrstoffzug Landau
Aufgaben
Fahrzeuge
Ausbildung
Kennzeichnung
Neue Farben von Druckgasflaschen

 

Aufstellung:

Im Hinblick auf die Zunahme von Risiken, die von der Herstellung, Lagerung, dem Transport und der Nutzung gefährlicher Stoffe ausgehen, hat das rheinland-pfälzische Ministerium des Innern und für Sport im Jahr 1991 ein Konzept für die Hilfeleistung nach Unfällen mit gefährlichen Stoffen erarbeitet, das auf dem in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Landkreisen aufgebaute landesweite Stützpunktsystem basiert.
Diese Konzeption enthält Vorgaben für die notwendige Ausrüstung eines Gefahrstoffzuges sowie übe die Stärke und Ausbildung der Mannschaft.
Nach dem Endausbau dieses Hilfeleitungsnetzes sollte in den 24 Landkreisen und 12 kreisfreien Städten des Landes Rheinland-Pfalz jeweils ein solcher Gefahrstoffzug aufgestellt sein.
Die früher getrennten Bereiche Chemie- und Strahlenschutz wurden zu einem Bereich Gefahrstoffe zusammengefasst, da die Aufgabenbereiche verwandt sind. Praktisch bedeutet dies bei der FF Landau, dass der eigenständige ABC-Zug in den Gefahrstoffzug integriert wurde.
Im Jahr 2005 ist das Gefahrstoffkonzept Rheinland-Pfalz, basierend auf der neuen FwDV 500, fortgeschrieben worden und ändert die Struktur nur geringfügig. Der Gefahrstoffzug Landau wurde im gleichen Jahr um eine Dekon-Gruppe erweitert. Diese rekrutiert sich aus Mitgliedern von fünf Stadtteileinheiten und unterstützen die Mitglieder der Stadt bei Dekontamination von Personen/Geräten und Freimessen.
Die Führung des Gefahrstoffzuges liegt in den Händen von Frank Kloor und seinem Stellvertreter Ronny Hartstern. Unterstützt werden sie von den Gruppenführer Martin Hegemann (GW-G2), Christoph Stang (MeF-G), Michael Baur und Philip Hochdörffer (Dekon-Gruppe).

Aufgabe:

Der Zug hat die Aufgabe Gefahren durch gefährliche Stoffe abzuschätzen und zu beseitigen, zumindest zu vermindern und zu begrenzen, insbesondere durch:

  • Spüren, Nachweisen und Messen

  • Abdichten

  • Eindämmen

  • Aufnehmen

  • Umfüllen

  • Dekontaminieren

  • Niederschlagen

  • Neutralisieren

  • Abgrenzen

Zusammensetzung des Gefahrstoffzuges Landau:

Personal:

Der Gefahrstoffzug setzt sich aus ca. 34 Mitgliedern der Einheit Landau-Stadt zusammen mit einem Zugführer, einem stell. ZF und vier Gruppenführern.
Weiterhin sind in der Dekon-Gruppe 20 Mitgliedern aus fünf Ortswehreinheiten.

Fahrzeuge:

ELW

Einsatzleitwagen

VW LT; Hensel

 

Führen der Einheit, Beschaffen und Bewerten von Daten über Gefahrstoffe

Mef-G

Meßfahrzeug-Gefahrstoffe

VW Bus Allrad; Schmitz

 

(Ausführung Rheinland-Pfalz)
Spüren, Nachweisen, Messen und Sammeln von Proben zur Feststellung der Gefahr und des Gefahrenbereichs. Teile der  Ladung siehe Anzüge: Kontaminationschutzanzüge und Chemikalienschutzanzüge

DTF

Dekontaminations- und Transportfahrzeug

MB 610 D

 

Allgemeine Transportaufgaben und personelle Unterstützung der anderen Besatzungen, Transport des Materials der Dekon-Gruppe

GW-G2

Gerätewagen-Gefahrstoffe 2

MAN 9.163; Schmitz

 

Hilfeleistung nach Unfällen mit aggressiven Stoffen, insbesondere durch Abdichten, Umfüllen, Zwischenlagern, Niederschlagen von Dämpfen und Neutralisieren

GW-Öl

Gerätewagen-Öl

MB Sprinter; EIGEN

 

Hilfeleistung nach Unfällen mit Mineralölen kleineren Umfangs.
Ölspuren

GW-A

Gerätewagen-Atemschutz

MAN TGL 12.220; Hensel

 

Wurde 2011 gemeinsam von Landkreis Südliche Weinstraße und Stadt Landau beschafft, das Fahrzeug ist stationiert bei der Feuerwehr Herxheim und wird von ihr auch betreut

Ausbildung:

Alle Mitglieder des Gefahrstoffzuges Landau versehen ihren "normalen" Einsatzdienst in der Feuerwehr Landau und sind zusätzlich an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Rheinland-Pfalz (LFKS) ausgebildet. Alle Kräfte müssen neben dem Atemschutzgeräteträger-Lehrgang die ausbildung zum Tragen eines Chemikalienschutzanzuges absolvieren. Anschließend besuchen alle Mitglieder auf der LFKS den Lehrgang "ABC 1", ehemals Fachlehrgänge "Gefahrstoffe I" und "Strahlenschutz I", die Führungskräfte dem entsprechend "ABC 2 -Führen im Gefahrstoffeinsatz" oder alt "Gefahrstoffe II" und teilweise auch den Fachkundelehrgang Strahlenschutz.
Die Ausbildung kann mit einem selbst umgebauten Anhänger und einem Rohrleitungsabschnitt realitätsnah durchgeführt werden.

Zusammenarbeit auch hinsichtlich der Ausbildung findet bei uns auch körperschaftsübergreifend auf Südpfalzebene statt. Die Gefahrstoffzüge der Städte Landau und Speyer, sowie die der Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße verfolgten ein gemeinsames Konzept, trafen sich zu Übungen und Ausbildungen.
Seit dem Spätjahr 1999 sind weitere Landkreise und Städte mit von der Partie: die Landkreise Südwestpfalz, Bad Dürkheim und Ludwigshafen und die Städte Neustadt und Frankenthal.
Daraus ist der AK GSZ Pfalz entstanden. In regelmässigen Treffen werden taktische, organisatorische und technische Fragen rund um den Gefahrstoffbereich behandelt. Zahlreiche Übungen ergänzen das Programm. Mittlerweile sind 15 GSZ und zahlreiche Gäste im Arbeitskreis.

AK  GSZ 

PFALZ 

Arbeitskreis Gefahrstoffzüge der Pfalz

 

Allgemeine Infos:

Kennzeichnung der Straßenfahrzeuge mit gefählichen Gütern

  Warntafel

Gefahrnummer

 

Stoffnummer

Eine Orangefarbene Warntafel, vorn und hinten am Fahrzeug ohne Beschriftung: Allgemeiner Hinweis auf gefährliche Güter.
Eine Orangefarbene Warntafel mit Kennzeichnungsnummer ist ein Hinweis auf bestimmte gefährliche Güter und deren Gefahren:

Obere Hälfte (Gefahrnummer)

  1. Entweichen von Gas durch Druck oder chemische Umsetzung

  2. Entzündbarkeit von flüssigen Stoffen (Dämpfen) und Gasen oder selbsterhitzungsfähiger Stoff

  3. Entzündbarkeit von festen Stoffen oder selbsterhitzungsfähiger fester Stoff

  4. Oxidierende (brandfördernde) Wirkung

  5. Giftigkeit oder Ansteckungsgefahr

  6. Radioaktivität

  7. Ätzwirkung

  8. Gefahr einer spontanen heftigen Reaktion

Die Verdopplung einer Ziffer weist auf die Zunahme der entsprechenden Gefahr hin.
Wenn die Gefahr eines Stoffes ausreichend von einer einzigen Ziffer angegeben werden kann, wird dieser Ziffer eine Null angefügt.
Folgende Ziffernkombinationen haben eine besondere Bedeutung:

22

 

tiefgekühlt verflüssigtes Gas, erstickend

323

 

entzündbarer flüssiger Stoff, der mit Wasser gefährlich reagiert und entzündbare Gase bildet

X333

 

pyrophorer (selbstentzündlicher) flüssiger Stoff, der mit Wasser gefährlich reagiert

X423

 

entzündbarer fester Stoff, der mit Wasser gefährlich reagiert und entzündbare Gase bildet

44

 

entzündbarer fester Stoff, der sich bei erhöhter Temperatur in geschmolzenem Zustand befindet

539

 

entzündbares organisches Peroxid

90

 

umweltgefährdender Stoff, verschiedene gefährlich Stoffe

X

 

vor der Nummer zur Kennzeichnung der Gefahr = Stoff reagiert in gefährlicher Weise mit Wasser

Darstellung der bestehenden und neuen Farben von Druckgasflaschen

gem. DIN EN 1089-3 an Beispielen

Reingase/Gasgemische für industriellen Einsatz

War-Zustand

Neu

War-Zustand

Neu

 

Sauerstoff     Xenon, Krypton, Neon  
Acetylen Wasserstoff  
Argon Formiergas  
Stickstoff Kohlendioxid  
Kohlendioxid Druckluft  
Helium    
     

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Last Update: 23.11.11